Beitrag vom 07.05.2026

So klingt und riecht und spricht Schwaz

Claudia Molitor

Die nunmehr sechste Schwazer Stadtkünstlerin heißt Claudia Molitor, lebt eigentlich in Großbritannien, nimmt nun aber die Klänge in Schwaz und die Geschichten, die den Schwazer:innen dazu in den Sinn kommen, unter die Lupe. In einem Pressegespräch stellte die Künstlerin, Komponistin und Performerin ihr Projekt vor.
Stadträtin und Kulturreferentin Iris Mailer-Schrey, Kulturamtsleiterin Sandra Schiestl (oben v.li.) sowie Desirée Peyrer (Klangspuren Schwaz) (unten links) sind erfreut über den Aufenthalt sowie die spannenden Projekte von Claudia Molitor (unten rechts).
Die Stadtkünstlerin im Austausch mit Kulturreferentin Iris Mailer-Schrey
Claudia Molitor entwickelt in der Silberstadt ein Schwazer Tarock-Spiel.

Die ursprünglich aus Deutschland stammende Künstlerin Claudia Molitor ist seit Mitte April als „Artist in Residence“ in Schwaz und horcht seitdem in alle Richtungen. „Darüber habe ich noch gar nie nachgedacht“ – dieser Satz begegnet Molitor dabei immer wieder, wenn sie Schwazer Bürger:innen nach dem Klang der Stadt fragt. Dabei hat Schwaz klanglich einiges zu bieten, die Glocken der Pfarrkirche, das Rauschen des Lahnbachs, das lebendige Kulturprogramm der Silberstadt. Aber aus den Antworten lässt sich vor allem eines besonders oft ableiten: Friedlichkeit. Diese möchte sie nun mithilfe von Musik, aber auch durch ein Druckwerk festhalten. 

Ein Tarock-Spiel als klingende Erinnerung 

Das sogenannte „Tiroler Tarock“ bot ihr Inspiration, nun möchte Claudia Molitor mit Motiven, Klängen und Gerüchen, die ihr beschrieben wurden und die sie selbst erleben konnte, ein „Schwazer Tarock“ gestalten. Ihre Grundidee für ihr Projekt in Schwaz war das Wort „Gedenken“. „Für mich ist dieses Wort zugleich Rückschau, als auch ein Blick in die Zukunft, den man wagt. Das möchte ich klanglich festhalten“, so die Künstlerin. Das fertige Tarock soll in Schwaz gedruckt werden, als Erinnerung und Notation zugleich. 

Kulturgemeinschaft als Kraftquelle 

Stadträtin und Kulturreferentin Iris Mailer-Schrey betonte beim Gespräch vor allem die Qualität von Schwaz als guter Nährboden für ein reiches Kulturleben: „Mit einer vorgefassten Idee kann man theoretisch überall arbeiten. Sich aber inspirieren zu lassen und eine Idee in Schwaz wachsen zu lassen, das bringt Kulturschaffende immer wieder zu außergewöhnlichen Werken und das ist auch die Quintessenz in der Arbeit der Schwazer Stadtkünstler:innen.“ 

Einladung und Ausblick 

Vorerst ist Claudia Molitor fünf Wochen in Schwaz zu Gast und wird in dieser Zeit intensiv an ihrem Projekt arbeiten. Am 19. Mai 2026 findet um 18:00 Uhr ein offenes Gespräch mit der Künstlerin im Gassenlokal der Klangspuren Schwaz statt. Im Rahmen dieses Gesprächs wird sie das Ergebnis ihrer Stipendiumszeit präsentieren und leider bereits Abschied nehmen von Schwaz. 

Ein weiteres Highlight folgt dann am 10. September, dem Startschuss der heurigen Klangspuren Schwaz, im Rahmen derer auch die Einflüsse aus Claudia Molitors Zeit in Schwaz gehört werden können.