Beitrag vom 19.08.2020

Weniger Leerfahrten, mehr Service - 1 Jahr smarte Papierkörbe

Seit gut einem Jahr sind rund 90 öffentliche Papierkörbe im Stadtgebiet von Schwaz mit High-Tech-Sensoren ausgestattet. Die Ergebnisse des Pilotprojekts der Stadt Schwaz in Zusammenarbeit mit dem Start-Up füll.es und dem Unternehmen DAKA überzeugen.

Die smarten Papierkörbe sind seit einem Jahr im Einsatz.
Das Team hinter der Idee: Robert Fankhauser (Mitarbeiter Bauhof), Hermann Weratschnig (Umweltreferent), Matthias Zitterbart (DAKA) und Martin Lierschof (füll.es).
Diese Sensoren melden, ob der Papierkorb entleert werden muss.
Sie sind in rund 90 Papierkörben in Schwaz eingebaut.

HIGH-TECH IM PAPIERKORB

Die Sensoren in den Mülleimern messen den aktuellen Füllstand der Papierkörbe und senden die Daten an den städtischen Bauhof weiter. Ist ein Behälter nur wenig befüllt, erhält der Mitarbeiter auf seinem Tablet eine Nachricht, dass eine Entleerung noch nicht notwendig ist. Ist er voll, wird eine Entleerung veranlasst. 
„Unnötige Fahrten können entfallen. Das spart CO2. Lärm und Verkehr werden reduziert“, erklärt Matthias Zitterbart, DAKA. „Das Projekt ist ein voller Erfolg. Wir haben das erhoffte Ergebnis erzielt. Vor allem entlegene Gebiete wurden im vergangenen Jahr um 40% weniger angefahren.“
Die Zahlen: Seit Projektbeginn wurden rund 720 Arbeitsstunden und 4500 Fahrzeugkilometer an Anfahrten für entlegene Behälter eingespart. „Ich habe nun mehr Zeit, um mich auf die wichtige innerstädtische Arbeit zu konzentrieren“, informiert Bauhofmitarbeiter Robert Fankhauser.

BEHÄLTER WERDEN GEKENNZEICHNET

Der Schwazer Umweltreferent NR Hermann Weratschnig betont: „Die Zielsetzung der Stadt sind mehr Bürgerservice und saubere Straßen, Felder und Wegränder. Wir alle können dazu beitragen, unsere Stadt sauber zu halten, indem wir Abfälle ordnungsgemäß entsorgen und die vorhandenen Papierkörbe benutzen“, so Weratschnig. „Das System hat Zukunft, etwa auch im Bereich der Sammelinseln. Um die Überfüllung zu vermeiden, könnten auch dort in Zukunft vermehrt Sensoren eingesetzt werden. Bei den Sammelinseln gibt es großes Potenzial zur Verbesserung.“
In Sachen smarte Papierkörbe ist für die Zukunft geplant, die Behälter mit Aufklebern zu markieren. Das Wissen um die Sensoren trage dazu bei, dass weniger Hausmüll in den Papierkörben landet, so Weratschnig.

POTENZIAL FÜR STADTPLANUNG

Martin Lierschof, technischer Leiter des Schwazer Start-Ups füll.es, sieht in den Sensoren großes Zukunftspotential: „Unsere Daten können für die Planung der Stadtentwicklung ein wesentlicher Faktor sein. Es stehen plötzlich nicht nur Daten wie lokale Temperaturen und Netzabdeckung zur Verfügung. Wenn wir die Daten geeignet interpretieren, sehen wir auch saisonale Hotspots, oder können feststellen, wo zusätzliche Behälter benötigt oder eingespart werden können.“
füll.es ist ein Tiroler Start-Up für Innovationen in der Entsorgungsbranche. Die Kernkompetenzen des jungen Unternehmens liegen in der Datenaufbereitung und Routenplanung mittels smarter Algorithmen.
 

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