Radbrücke feierlich eröffnet
102 Meter über den Inn
102 Meter lang, 140 Tonnen schwerer Stahl und 3,2 Millionen: Das sind die Fakten, mit welchen man die neue Brücke über den Inn beziffern kann. Sie schafft eine sichere und direkte Verbindung zwischen den Industriegebieten auf beiden Seiten, Siedlungsräumen und Grünzonen. Die neue Brücke ist eine Bereicherung für alle Schwazer:innen, die gerne mobil sind, insbesondere aber für rund 5.000 Anrainer:innen, die in den Wohngebieten im Schwazer Osten ihr Zuhause haben.
Landeshauptmann Anton Mattle bezeichnete die Brücke als Vorzeigeprojekt für ganz Tirol: „Sie zeigt, wie Gemeinden über Grenzen hinausdenken und gemeinsam Infrastrukturprojekte schaffen, die ganze Regionen wesentlich bereichern. Das Land Tirol fördert solche Projekte bewusst – sie sind ein wesentlicher Baustein für eine lebenswerte Zukunft für die Tiroler Bevölkerung.“
Im Rahmen des Festaktes zur Eröffnung wurde die Brücke von Dekan Martin Müller geweiht, ehe sie zum ersten Mal für die Bevölkerung freigegeben wurde.
Technische Meisterleistung
Die neue Brücke basiert auf einem Hohlkastenträgersystem aus 140 Tonnen Stahl. Die in einem Stahlwerk in Italien gefertigten, je zwölf Meter langen Teile wurden an zwei Terminen im Februar und März mit zwei Kränen eingehoben – eine logistische und technische Meisterleistung. Auf die Querträger wurden vorgespannte Betonfertigteile verlegt und zweilagig mit Gussasphalt versiegelt. Die nutzbare Breite beträgt 3 Meter, die Nutzlast liegt bei 10 Tonnen. Die Beleuchtung der Fahrbahn ist elegant im Handlauf integriert. Dank für den gesamten Bauverlauf gilt den Partnerunternehmen PORR (Ausführung), Büro Bergmeister (Planung) sowie AEP Planung und Beratung GmbH (Bauleitung), welche das Projekt in perfekter Zusammenarbeit und in Rekordzeit – immerhin wurde die Brücke einen Monat früher fertig als ursprünglich angenommen – umsetzten. „Mit dieser Brücke setzen wir ein klares Zeichen: Schwaz wächst mit Bedacht und vor allem im Rahmen eines Miteinanders mit der Gemeinde Stans. Für Schwazer:innen als auch für Tourist:innen bedeutet dieses Projekt kürzere Wege, eine echte Alternative zum Auto sowie eine Bereicherung in Sachen Mobilität für die kommenden Jahrzehnte“, resümiert Bürgermeisterin Victoria Weber.
Vorausdenkendes Bauen für Generationen
Der Spatenstich erfolgte im Oktober, Ende Mai ist die Brücke nun für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen benutzbar. Die Brückenhöhe wurde dabei dem Hochwasserschutz entsprechend ausgelegt. Bürgermeister von Stans und Obmann des Wasserverbandes Hochwasserschutz Mittleres Unterinntal Michael Huber: „Die neue Brücke zeigt nicht nur, was in Kooperation möglich ist, sondern entspricht auch hochwasserschutztechnisch den neuesten Standards – die Brücke ist sicher und eine Bereicherung für die Region.“
Im Rahmen des Projektes wurden außerdem zwei Grundstücke angekauft. Der Dank der ausführenden Instanzen gilt hierbei den Grundbesitzern Enzenberg und Zins, welche ihre Grundstücke für dieses wertvolle Projekt übergeben haben. Leerrohre für Wasserleitungen, Strom bzw. Lichtwellenleiter wurden ebenfalls verlegt, um künftige Nutzungen zu ermöglichen. Auf Schwazer Seite wurde außerdem die 30 Jahre alte Bootsrampe umfangreich saniert und verbreitert sowie Busparkplätze für Linienbusse angelegt.
3,2 Millionen Euro – gemeinsam finanziert
Die Gesamtkosten dieses Mobilitätsprojektes im Umfang von 3,2 Millionen Euro wurden durch Bundesförderungen, Landesförderungen sowie durch Beiträge der Stadtgemeinde Schwaz, der Gemeinde Stans und der Silberregion Karwendel getragen. Die Gemeinden leisteten jeweils 240.000 Euro, der Tourismusverband steuerte 120.000 Euro bei und finanzierte zusätzlich auf Stanser Seite die „Radraststation“ mit Pergola, Sitzgelegenheiten, Radständern und Radreparaturstation in Höhe von 30.000 Euro. TVB-Obmann Andreas Jenewein ist stolz auf das Gemeinschaftsprojekt: „Der Tourismus in der Region lebt von Erlebnissen in der Natur und entsprechender Mobilität – dazu braucht es gute Wege. Mit unserem Beitrag zu dieser Brücke investieren wir direkt in die Erlebnisqualität für unsere Gäste und Einheimischen.“
Anschluss an den Inntalradweg und Plan für die Zukunft
Die neue Radbrücke war bereits Teil des übergeordneten Radwegkonzepts des Planungsverbandes und stellt nun auch im Gesamtkonzept eine wichtige Verbindung dar sowie einen Meilenstein für den Radverkehr im gesamten Inntal. So erfolgt auf der westlichen Seite der Anschluss an den Inntalradweg, entlang der Promenade besteht zukünftig eine durchgehende Verbindung bis zur Schwazer Steinbrücke. Für den weiteren Verlauf des Radweges in Richtung Freiheitssiedlung auf der östlichen Seite laufen die Planungen bereits.
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