Stadt Schwaz
Beitrag vom 01.06.2026

Prof. Ernst Brandl-Preis verliehen

Auszeichnung für Stefan Salcher

Am 01. Juni wurde im Rahmen eines kleinen Festaktes im Schwazer Rathaus erneut der Prof. Ernst Brandl-Preis verliehen. Dieses Mal ging der Wissenschaftspreis der Prof. Ernst Brandl-Stiftung an den jungen Krebsforscher Stefan Salcher. Die Stadtgemeinde gratuliert nochmals herzlich zur Auszeichnung
v.l.: Klinikdirektor Dominik Wolf, Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck Gert Mayer, Preisträger Stefan Salcher, der Schwazer Bezirkshauptmann Michael Brandl, die Witwe des Stifters, Monika Brandl-Knapp und die Schwazer BMin Victoria Weber.
Bezirkshauptmann Michael Brandl ist Vorsitzender des Stiftungskuratoriums der Prof. Ernst Brandl-Stiftung. Bild: Stadt Schwaz
Bürgermeisterin Victoria Weber begrüßte alle Anwesenden und bot als "Hausherrin" des Schwazer Rathauses den passenden Rahmen für die feierliche Verleihung. Bild: Stadt Schwaz
Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck Gert Mayer Bild: Stadt Schwaz
Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin V Bild: Stadt Schwaz
Preisträger Stefan Salcher Bild: Stadt Schwaz
Bild: Stadt Schwaz
Stefan Salcher nahm die Auszeichnung sichtlich erfreut entgegen. Bild: Stadt Schwaz

In seiner prämierten Forschungsarbeit analysierte Stefan Salcher in einem interdisziplinären Forschungsteam mittels modernster Methoden bestimmte langlebige Immunzellen. Er stellte fest, dass diese sogenannten Tumor-assoziierten Granulozyten das Krebswachstum fördern und mit einer schlechteren Prognose bei Darmkrebs verbunden sind.

Im feierlichen Rahmen und vor zahlreichen geladenen Gästen wurde der Prof. Ernst Brandl-Preis 2025 an den Wissenschafter Stefan Salcher überreicht. Zu den Anwesenden zählten Bürgermeisterin Victoria Weber, Bezirkshauptmann Michael Brandl, die Witwe des Stifters, Monika Brandl Knapp, der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Gert Mayer, sowie Laudator und Klinikdirektor Dominik Wolf.

Wenn Onkologie auf Transplantationsmedizin trifft

Ausgezeichnet wurde die im renommierten Fachjournal Molecular Cancer erschienene Arbeit mit dem Titel „Ex vivo modelling of human colorectal cancer liver metastasis by normothermic machine perfusion". Gemeinsam mit dem Onkologen Andreas Pircher und dem Transplantationschirurgen Rupert Oberhuber gelang es Salcher darin, das Verhalten und die Dynamik von Tumorzellen außerhalb des Körpers – und dennoch unter realitätsnahen Bedingungen – zu untersuchen. Grundlage dieser Untersuchung ist die Normotherme Maschinenperfusion (NMP): ein Verfahren, mit dem sich ein Organ wie die Leber außerhalb des Körpers funktionsfähig halten lässt. Auf diese Weise entstehen optimale Bedingungen, um Zellpopulationen zu beobachten und besser zu verstehen, welche Umgebungsfaktoren einen Tumor prägen und nach welchen Mechanismen die Metastasierung – also die Bildung von Tochtergeschwülsten – abläuft.

Salcher absolvierte sein Studium der Biotechnologie und promovierte anschließend an der Medizinischen Universität Innsbruck. Seit 2024 hat er eine Assistenz-Professur für Präzisionsonkologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin V inne. Seine Forschung konzentriert sich auf die umfassende molekulare Charakterisierung der Tumormikroumgebung sowie auf das Zusammenspiel von Tumor- und Immunzellen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Zellen mit sehr niedrigem mRNA-Gehalt, allen voran den neutrophilen Granulozyten – einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, deren Rolle in der Onkologie lange Zeit unterschätzt wurde. Mit modernsten Single-Cell- und Multi-Omics-Technologien spürt Salcher neue Zellzustände, Signalwege und regulatorische Programme auf, die das Verhalten dieser Neutrophilen bei Krebsentstehung, Krankheitsverlauf und Therapieansprechen bestimmen. Die Ergebnisse seiner translationalen Forschung sollen künftig der Weiterentwicklung der Präzisionsonkologie zugutekommen.

Die Prof. Ernst Brandl-Stiftung

Der mit 5.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis der Prof. Ernst Brandl-Stiftung wird jährlich im Wechsel für Arbeiten aus dem Bereich der Medizinischen Universität Innsbruck und den Nachfolgefakultäten der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck vergeben. Er gliedert sich in zwei Teile: Der erste, wissenschaftliche Teil würdigt vor allem Arbeiten aus den Life Sciences, die dem Wohlergehen der Menschheit dienen, einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt fördern, die Ernährung von Mensch und Tier sichern oder zur Lösung von Umweltproblemen beitragen. Der zweite Teil kommt üblicherweise sozialen Einrichtungen zugute.

Die Stiftung erinnert an den 1997 verstorbenen Prof. Ernst Brandl, dem 1952 gemeinsam mit Dr. Hans Margreiter die Entwicklung von säurestabilem Penicillin gelang. Erst dieser Durchbruch ermöglichte es, das Antibiotikum in Form von Tabletten oder Sirup zu verabreichen.