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Schwaz – die Kulturstadt

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Der wirtschaftliche Reichtum der Stadt im 15. Jahrhundert wirkte sich auch kulturell überaus positiv aus. Noch heute, obwohl Schwaz im Tiroler Freiheitskampf von 1809 fast vollkommen niedergebrannt wurde, zeugen viele Bauwerke vom Glanz der Zeit. Zu den wohl bedeutendsten Bauwerken zählen die größte gotische Kirche Tirols „zu Unserer Lieben Frau“, das Franziskanerkloster mit seinem Kreuzgang, das Fuggerhaus, das Rathaus und das Wahrzeichen der Stadt: Schloss Freundsberg.

Schwaz ist seit jeher Heimat und Treffpunkt berühmter Persönlichkeiten. Waren es im 15. Jhd. Hans Sachs, Paracelsus oder Kaiser Maximilian, so sind es heute vor allem Musiker und Schauspieler, die sich in Schwaz ein Stelldichein geben. Als Zentrum für Neue Musik ist Schwaz durch das Klangspuren-Festival, das Outreach-Festival (modern jazz) und die Avantgarde Schwaz über die Grenzen Tirols hinaus bekannt. Jazzgrößen aus der ganzen Welt gastieren seit 25 Jahren im Kulturcafé Eremitage. Freunde der Klassischen Musik besuchen im Sommer die Serenaden- und Orgelkonzerte.

In den letzten Jahren wurde der Ruf als Kulturstadt kontinuierlich ausgebaut. Das Schaubergwerk lockt, ebenso wie das Ethnomuseum „Haus der Völker“, jährlich tausende Gäste nach Schwaz. Eine stadteigene Galerie im Palais Enzenberg widmet sich der Moderne wohingegen im Rabalderhaus vornehmlich traditionelle Kunst gezeigt wird. Das Heimatmuseum der Stadt befindet sich im Turm von Schloss Freundsberg. Während des „Schwazer Silbersommers“ werden auf verschiedensten Plätzen der Stadt Theater- und Musikproduktionen aufgeführt.

Bereits zur Zeit der jüngeren Urnenfelderkultur (um 1000 v.Chr.) befand sich eine Siedlung in Schwaz (Funde in St. Martin und am Pirchanger).

Schwaz, das erste Mal 930 n.Chr. (SUATES) urkundlich erwähnt, 535 Meter ü.d.M. gelegen, mit seinen Wahrzeichen: Burg Freundsberg, Pfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau“, Franziskanerkloster mit Kreuzgang und Kirche und dem Rathaus, hatte seine Blüte um 1500. 12.000 Knappen und Schmölzer waren aufgrund der außerordentlichen Silber- und Kupfervorkommen in Schwaz beschäftigt.

Schwaz wurde zu einer Wirtschaftsmetropole. Von 1470 bis 1500 wurden eine Million Kilogramm Silber und 17.000 Tonnen Kupfer gewonnen. Der Bergbau und das Schmelzen lagen in den Händen privater Gewerken. Das Schwazer Silber ist in Hall in Tirol zu Münzen geprägt worden. Das Kupfer hingegen wurde zu Geschützen gegossen und gab der kaiserlichen Artillerie im 16.Jh. ihre schlachtenentscheidene Vormachtstellung.

Die Burg Freundsberg, um 1100 erbaut, wurde zur Stammheimat eines starken und ruhmreichen Geschlechtes. Den Rittern von Freundsberg verdankt Schwaz seinen ersten Aufschwung. 1319 wurde ein eigenes Landgericht errichtet und 1326 verschafften sie Schwaz auch das Privileg eines Wochenmarktes. 1467 wanderte dieses Geschlecht nach Mindelheim, unserer heutigen Partnerstadt aus, wo einer ihrer berühmtesten Söhne, Jörg von Freundsberg, der heldenhafte Feldobrist und Landsknechtvater, 1475 geboren wurde.

Der wirtschaftliche Reichtum wirkte sich auch kulturell überaus positiv aus. Hans Sachs besuchte Schwaz und gründete die Meistersingerschule (1532), Paracelsus war um 1513 in Schwaz, wo er sich unter anderem für die Schmelzkunst interessierte. An der Lateinschule lehrten Männer aus dem Humanistenkreis um Kaiser Maximilian. Musik und Theater erlebten einen unglaublichen Aufschwung (Pölzbühne). Jörg Stöckl, ein reicher Bergwerksbesitzer, errichtete 1520 im Ansitz Sigmundslust (Vomp) die erste Druckerei Tirols, in der das erste deutschsprachiche Liederbuch (Hymnarius) gedruckt wurde und auch das Rathaus, welches zu den schönsten Tirols zählt.

Jakob Fugger, Handelsmann und Bergwerkbesitzer, ließ mit seinem Einsatz von 543.000 Gulden den Habsburger Karl V zum deutschen Kaiser wählen (1519); diese riesige Summe fand ihre Deckung durch das Schwazer Silber. Das kirchliche Leben, welches durch die Erhebung von Schwaz zur Pfarre 1645 neuen Auftrieb erhalten hatte (vorher zur Pfarre Vomp gehörig), zeigte das lebensvolle Bild der Barockzeit. Mit dem Rückgang der Metallproduktion erlahmte das kulturelle Leben.

Bitterste Armut brachte der Freiheitskampf in Tirol 1809 mit sich – (der Bergsegen war damals längst erloschen) – wo Schwaz am 15. und 16. Mai fast vollkommen von bayrisch-napoleonischen Truppen unter General Wrede niedergebrannt worden war. Etwa 400 Häuser und 4 Kirchen gingen in Flammen auf.
Nicht immer zeigte sich der Lahnbach, dessen Wasserkraft dereinst Blasbälge, Schmelzhütten und Pocherwerke antrieb, so friedlich wie heute. Die früher vor der Verbauung öfters mit fürchterlicher Gewalt herabstürzenden Lahnbachausbrüche brachten Tod und Verderben über Schwaz. Nur allmählich konnte sich Schwaz von diesen Schreckensereignissen erholen.

Neue Industrien entstanden und der Bergbau wurde wieder aufgenommen (bis 1957, danach nur noch Schottergewinnung). Mit der Errichtung der Tabakfabrik in Schwaz 1830, des zweitältesten Industrieunternehmens im Bezirk Schwaz, und der Stadterhebung am 28.4.1899, war der erste Schritt zur unaufhaltsamen Neuentwicklung in unserer Heimatstadt getan, welcher nur durch die beiden Weltkriege wieder Rückschläge in Kauf nehmen musste.

Im 2. Weltkrieg zerstörten drei Bombenangriffe 16 Häuser, es gab 28 Tote zu beklagen.

Heute ist Schwaz eine aufblühende Stadt mit rund 13.000 Einwohnern. Fabriken (Tyrolit-Werke, mit einer der größten Schleifmittelherstellung der Welt , Adler-Werke), ein eigenes E-Werk, Geschäfte, Handelsbetriebe und der Fremdenverkehr tragen dazu bei, dass es wieder Arbeit und Wohlstand in Schwaz gibt.

Als Bezirkshauptstadt ist Schwaz schulisches, soziales und politisches Zentrum der Region.

Ihre Kulturdenkmäler, Museen und Festivitäten haben Ihr in den letzten Jahren den Ruf einer Kulturstadt eingebracht.

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